

























DAS PROJEKT
Das Silberne Buch erkundet den möglichen Zusammenhang zwischen immaterieller und materieller Welt – und wie diese entstanden sein könnte.
Die geplante Tapisserie wird 70 Meter lang und 80 Zentimeter hoch sein. In abstrahierten Szenen entfaltet sich von links nach rechts eine künstlerische Untersuchung des Zustands vor der uns bekannten Schöpfung: vor Raum, Zeit, Energie, Materie und Leben. Die 70 Meter sind als „kurzer Zeitraffer“ dieser unvorstellbaren Dimension zu erfahren.
Das Werk versteht sich als Weltsprache – ausgeführt in Textil, weil Gewebe schon immer und überall entstanden und unter günstigen Bedingungen über tausend Jahre haltbar sind. Digitale Informationsträger können diese Zeiträume kaum gewährleisten.
INHALT DER TAPISSERIE
Mit Fäden gezeichnet, entwickelt sich eine Ursache / ein Bewusstsein, aus dessen Betrachtungen die physikalische Welt entstanden sein mag.
Diese Entwicklung dauert „Ewigkeiten“ – Äonen, also Billiarden von Jahren. Die Darstellung zeigt eine Ursache mit enormen Fähigkeiten und Absichten, die als schöpferisches Wesen künstlerisch-kreativ eine Wirkung zu erzielen versucht. Könnte diese Ursache damit Raum, Zeit, Energie, Materie, Licht und Leben zur Existenz erweckt haben?
Die Bildfolge lädt ein, den „Missing Link“ zwischen Geist und Materie neu zu betrachten. Die Darstellungen erschließen sich mit eigenem aktivem Interesse.
Statement of Support – ESPI European Space Policy Institute, Schwarzenbergplatz 16/1, 1010 Wien
Aoife van Linden Tol, Global Fellow
„ESPI aims to engage exceptional artists, thinkers, and innovators at its headquarters in Vienna to present projects that stimulate deeper engagement, education, discussion, and critical examination of space concepts and politics. Beates’s proposal speaks to spiritual connections and creation cosmologies that cross geographical and cultural divides. These concepts are integral to forming deeper connections and exploring our long-term motivations and objectives for outer space. As such, we believe that presenting „The Creation“ will serve as powerful inspiration for the stakeholders we host at our premises, including students, the general public, and high-level cross-industry political decision-makers.“
„Das ESPI möchte herausragende Künstler, Denker und Innovationen in seiner Zentrale in Wien einbinden, um Projekte zu präsentieren, die zu einem vertieften Engagement, zu Bildung, Diskussion und kritischer Auseinandersetzung mit Raumfahrtkonzepten und -politik anregen. Beate`s Vorschlag spricht spirituelle Verbindungen und Schöpfungskosmologien an, die geografische und kulturelle Grenzen überschreiten. Diese Konzepte sind entscheidend, um tiefere Verbindungen herzustellen und unsere langfristigen Beweggründe und Ziele in Bezug auf den Weltraum zu erforschen. Daher sind wir überzeugt, dass die Präsentation von „The Creation“ eine kraftvolle Inspirationsquelle für die Stakeholder sein wird, die wir in unseren Räumlichkeiten empfangen – darunter Studierende, die breite Öffentlichkeit sowie hochrangige politische Entscheidungsträger aus verschiedensten Branchen.“
EINLEITENDE GEDANKEN
Das ewige Rätsel der Menschheit – wer wir sind, mit welchen Fähigkeiten wir ausgestattet sind und wie dieses Universum entstanden ist – bleibt aktuell. Wie kam es zur Schöpfung, durch welche geistigen Impulse wurden die physikalische Beschaffenheit und das Leben kreiert?
Ob mündlich überliefert, in Bildsprache oder Schrift: Kulturelle Werke aller Zeiten zeigen Antwortversuche auf diese Fragen – von hinduistischen Veden über Buddhisten bis zu Christen. Wäre die Schöpfung ohne göttlichen Geist vorstellbar?
Das in ca. 10.000 Jahren entwickelte Wissen über das freie Denken und geistige Agieren war lange nur wenigen zugänglich. Könnte es, dem Westen zugänglich gemacht, dazu beitragen, aus einem rein materiell orientierten Denken herauszutreten – hin zu einer Haltung, die dem Geistigen mehr Raum gibt?
Wenn Materie sich nicht über alles erhebt, sondern Kommunikation, Betrachtung und Gedanken in den Vordergrund rücken – könnte dann die respektvolle Berücksichtigung allen Lebens zur grundsätzlichen Einstellung werden? Künstler/innen und ihre Kunst sind dabei wertvolle Vermittler/innen.
WARUM TAPISSERIE
Gewebte Textilien sind als Informationsträger inhaltlich und materiell nachhaltig. Tapisserien aus dem 15./16. Jahrhundert zeigen in kunstvollen Darstellungen historische Ereignisse, Mythologien und biblische Szenen – und bereichern als große Serien bis heute Schlösser, Kirchen und öffentliche Räume.
Präkolumbianische Textilien aus dem 2. Jahrtausend v. Chr. erreichten in ihrem philosophischen Umfeld höchste künstlerische und technische Qualität. Botschaften, die mit den damaligen Webern in die Fäden eingearbeitet wurden, sind unter günstigen klimatischen Bedingungen bis heute erhalten.
Ob digitale Daten- und Informationsträger solche Zeiträume überdauern können, ist mehr als fraglich. Das textile Medium verlangt nicht nur nachhaltige Materialien, sondern auch Größenordnungen – orientiert am ca. 1000 Jahre alten Vorbild der Tapisserie von Bayeux.
Diese historische Bildgeschichte schildert die Eroberung Englands durch die Normannen 1066 und entstand in den Jahren 1067–1079. Sie gilt als einer der ersten humorvoll gestickten Comics – Buchdruck gab es damals noch nicht. Als Napoleon das Werk ca. 700 Jahre später entdeckte, ließ er es restaurieren und sorgte für eine würdevolle Präsentation, die heute in Bayeux zu besichtigen ist.
DIE BEDEUTUNG VON TEXTILIEN - VOM IRDISCHEN BIS ZUM AUSSERIRDISCHEN RAUM
Textilien entstanden ursprünglich aus dem Wunsch der Verhüllung und dienten thermischen wie physischen Belangen, der Ästhetik und der Repräsentation des spirituellen Status ihrer Träger. Diese Bedingungen gelten ebenso für textile Artefakte im Raum.
Textil und Architektur teilen in unserer Sprache eine gemeinsame Wurzel: das indoeuropäische Wort „tek“ bedeutet „empfangen“ oder „in die Hand nehmen“. Davon leiten sich „Architektur“ (Meisterhandwerk) und „texere“ (weben) sowie die Begriffe „Text“ und „Textil“ ab.
Als Medium begleiten Textilien das Leben von der Geburt bis zum Tod und darüber hinaus. Über unsere Himmelskörper hinaus sind Botschaften auf Textilien auch an extraterrestrische Räume kommunizierbar.
Daraus entwickeln sich Fragen an die Grenze von Kunst und Wissenschaft:
Wie entsteht Raum aus spirituellen Quellen? Wer oder was entwickelt Zeit? Wie zeigt sich Energie? Wie wird Materie kreiert?
DIE KÜNSTLERIN
Textildesign/Mode Studium-Hamburg
Innenarchitektur – Stuttgart
Textilrestaurierung und Konservierung – London und Türkei
1984 Verwirklichung der Vision eines eigenen Ateliers – Wien
Mit spannenden Projekten, wie Aufträge für historische und museale Textilien sowie großen künstlerischen Tapisserien, wuchs das Atelier zu einem internationalen Koordinationspunkt für Gewebtes und Geknüpftes.
Ausstellungen und Messen im In- und Ausland haben weiter dazu beigetragen.
Beate von Harten
Eindrücke von der FAIR FOR ART VIENNA 2023
Im Rahmen der Kunstmesse Wien präsentierten wir vom 7. bis 15. Oktober erstmalig das Projekt „Das Silberne Buch – Eine neue Sicht zur Schöpfung“ der Öffentlichkeit.
















